Kloster Schloß Corvey offiziell Weltkulturerbe

In Deutschland gibt es inzwischen 39 Parks, Bauwerke, Landstriche, die zum Weltkulturerbe geworden sind. Eine stolze Zahl, die erweitert werden soll. Nachdem im Juni 2013 der Bergpark in Kassel mit seiner acht Meter hohen Herkules- Statue und den imposanten Kaskaden diese hohe Auszeichnung erhalten hatte – wie beispielsweise auch der Golestan-Palast in Teheran oder die alte Königshauptstadt Kaesong in Nordkorea – hat es nunmehr eine weitere Auszeichnung gegeben. Die Bundesrepublik hatte bei der UNESCO den Welt-Erbe-Status auch für das mehr als 1200 Jahre alte ehemalige Benediktinerkloster Schloß Corvey in Höxter in Nordrhein-Westfalen beantragt. Dem ist bereits 2014 stattgegeben worden; und am 26. Mai 2015 hat Bundesaußenminister Walter Steinmeier die Ernennungsurkunde übergeben – damit ist der Status offiziell geworden.

Foto: Aeggy, wikimedia, CC BY 3.0

Vom Mittelrheintal zur Chinesischen Mauer

Landschaftliche Einmaligkeit, imposante Kultur und Naturdenkmäler werden Jahr für Jahr ausgezeichnet. Neben dem Bergpark Kassel oder dem Kloster Corvey sind es beispielsweise der höchst lebendige sizilianische Vulkan Ätna, der Golestan-Palast in der iranischen Hauptstadt Teheran, die Königshauptstadt Kaesong oder die einstigen griechischen Kolonien aus dem 5. Jahrhundert vor Christus auf der Halbinsel Krim in der Ukraine. Es ist ein breites Spektrum; es reicht, um zwei weitere Beispiele aus früheren Jahren zu nennen, vom Oberen Mittelrheintal in Deutschland bis zur Chinesischen Mauer.

Foto: Arimja, wikimedia, CC0 1.0

Von den Karolingern gegründet

Nun also auch das Benediktinerkloster Corvey, das 822 von der Herrscherfamilie der Karolinger gegründet worden war. Die Abtei gehörte zum geistigen und religiösen Zentrum des damaligen Frankenreichs. Bis heute erinnert das im 12. Jahrhundert umgestaltete und nahezu original erhaltene Westwerk mit den beiden flankierenden Türmen an Prachtentfaltung und Machtanspruch der Erbauer. Daneben die langgestreckten weißen Gebäude der übrigen Klosteranlage, die im 19. Jahrhundert in ein Schloss umgewandelt wurde.
Heute ist das Schloss Corvey im Besitz der Herzoglichen Familie von Ratibor; die barock ausgestattete Abteikirche gehört der katholischen Kirchengemeinde Sankt Stephanus und Vitus. Beiden Privatbesitzern obliegt es nun, dieses Erbe zu erhalten. Vier Millionen Euro Fördergelder sollen bis Ende 2018 in die Denkmalpflege und in den Ausbau der touristischen Infrastruktur fließen. Bereits vor der Ernennung zum Weltkulturerbe zählte die Anlage jährlich bis zu 100.000 Besucher.

Foto: Aeggy, wikimedia, CC BY 3.0

Kassel hatte sich schon früher bemüht

Die nordhessische Metropole Kassel hatte schon viel früher, nämlich in den 1980er Jahren, lebhaftes Interesse an einer Eintragung der Wilhelmshöhe in die Welterbeliste angemeldet. Aber seinerzeit geriet der Antrag vorübergehend ins Hintertreffen, weil die Bundesregierung nach dem Mauerfall zunächst mehr Natur- und Kulturdenkmäler aus den neuen Bundesländern zur Annahme vorschlug. Jetzt ist offenbar alles im Lot.

Foto: Kliojünger, flickr.com, CC BY-SA 3.0

Teaserfoto: Karl-Heinz Meurer, flickr.com, CC BY-SA 3.0



Kommentar verfassen